Letztes Praktikum vor dem Berufseinstieg

9. Klässler stehen vor der Berufsentscheidung

2011/2012

Sargon und Enis wurden von ihrem Ausbilder Jürgen schon angeleitet, wie in einem Metallstück in vorgebohrten Löchern Gewinde geschnitten werden können

Zwölf Knaben und sieben Mädchen der 9. Klasse  der Mittelschule Geiselhöring absolvieren zur Zeit auf Initiative ihres Klassenlehrers Martin Henn ein vierzehntägiges Betriebspraktikum. Nachdem sie im vorigen Schuljahr bereits dreimal je zwei Wochen in den Betrieben waren, ist es heuer ihr letztes Praktikum vor der endgültigen Berufsentscheidung. Die Schülerinnen und Schüler, die sich ihre Stelle alle selbst suchten, bekommen damit eine wertvolle Hilfe in der sicher nicht einfachen Entscheidung, welchen der über 500 Ausbildungsberufe sie dann im kommenden Herbst endgültig ergreifen wollen. Diese zwei Wochen zeigen ihnen realistisch, ob sie für ihren Wunschberuf wirklich geeignet sind. Die gegenteilige Erfahrung wäre für sie momentan schmerzlich, aber für die persönliche Zukunft gesehen, überaus wertvoll. Klassenlehrer Martin Henn ist aus seiner langen Berufserfahrung mit vielen Abschlussklassen überzeugt, dass es für jeden Praktikant vorteilhaft ist, das vierzehntägige Betriebspraktikum in der 9. Klasse im gleichen Betrieb zu absolvieren. Während nämlich die erste Woche noch eher dem Hineinschnuppern diene, erlebe man in der zweiten Woche schon einen Hauch von Berufsalltag, was die Entscheidung für oder wider eine spätere Bewerbung sehr erleichtere. Auch viele Betriebsleiter gaben ihm in dieser Einstellung schon Recht. Aus dem Unterricht wissen die Schüler ja nur theoretisch, dass die Erwartungen und das dann tatsächlich Erlebte eben doch zwei Seiten einer Medaille sind.


So können die sieben Mädchen in zwei Frisörgeschäften, einem Drogeriemarkt, im Kindergarten, in einem Baumarkt und in einer Hydrogärtnerei Erfahrungen sammeln, ob sie als Frisöse, als Fachverkäuferin, als Kinderpflegerin oder als Gärtnerin geeignet sind. Von den zwölf Burschen arbeiten zwei als Schreiner, zwei als Einzelhandelskaufleute, zwei als Mechatroniker, zwei als Metallbauer,  einer als Heizungsbauer, einer als Metzger, einer als Verkäufer und einer als Feinwerkmechaniker. Für jeden von ihnen bedeuten diese beiden Praktikumswoche eine große Chance, sich bei ihrem zukünftigen Lehrherrn von ihrer besten Seite zu zeigen. Vielleicht ist ihnen dadurch auch schon der zukünftige Ausbildungsplatz sicher. Mit diesen beiden Praktikumswochen findet die starke Praxisorientierung der Mittelschule nach drei vierzehntägigen Berufspraktiken in der 8. Klasse, der einwöchigen vertieften Berufsorientierung in der siebten Klasse, mehreren Betriebserkundungen und der persönlichen Berufsberatung durch Herrn Hetznecker von der zuständigen Agentur für Arbeit ihren Abschluss. Laberzeitung, 12.01.2012. hs