Umgang mit Geld lernen

Projekt „Geld anlegen" an der Offenen Ganztagsschule

2011/2012

Die Kinder der Ganztagsschule mit Lehrerin Sigrid Bielmeier (rechts), dahinter Marketingleiter Hans Plager, Erzieher Robert Wimmer (links hinten) und Sabrina Götzfried von der Raiffeisenbank(links)

Neben dem Kinderhort der AWO ist an der Grund- und Mittelschule Geiselhöring auch das Modell „Offene Ganztagsschule" angeboten, das derzeit fünfzehn Kinder in Anspruch nehmen. Es beinhaltet ausgewogene und jugendgerechte Mittagsverpflegung, professionelle Hausaufgabenbetreuung durch erfahrene und kompetente pädagogische Fachkräfte, unterrichtliche Fördermaßnahmen sowie sportliche, musische und gestalterische Freizeitaktivitäten. All dies geschieht in enger Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern.

 

Daneben haben sich Lehrerin Sigrid Bielmeier und Erzieher Robert Wimmer aber auch zum Ziel gesetzt, den Buben und Mädchen auch lebenspraktische Hilfestellungen anzubieten. Dies versuchen sie anhand von Projekten in der nachmittäglichen Freizeit. So hat sich die Gruppe beim Geiselhöringer Christkindlmarkt im Dezember vergangenen Jahres mit einem Stand, der „Heißen Hütte", beteiligt und verkauften darin selbst gebackene Plätzchen. Auf diese Weise erwirtschafteten sie einen Betrag von fast 300 Euro. Außerdem erfreuten sie die Marktbesucher mit einem Gesangsauftritt auf der Bühne. Dass die Buben und Mädchen auf das „selbst verdiente Geld" mächtig stolz sind, versteht sich von selbst.

 

Bürgermeister Bernhard Krempl war von diesem Engagement der Buben und Mädchen so angetan, dass er spontan eine Spende von 100 Euro gab. Das auf diese Weise zusammengekommene Geld wird zur Finanzierung eines Ausflugs mit Übernachtung in der Westernstadt „Pullman-Citiy" verwendet, der zum Ende des Schuljahres vorgesehen ist.

 

Die beiden Betreuungskräfte der Ganztagsschule nutzten diese Situation, um in einem Projekt den Kindern zu zeigen, wie das Geld zwischenzeitlich bei einer Bank angelegt werden kann. Am Donnerstagnachmittag kamen die Kinder in die örtliche Raiffeisenbank, wo sie von Hans Plager und Sabrina Götzfried erwartet wurden. In einem kurzen Gespräch wurde ihnen deutlich gemacht, wie wichtig für das spätere Leben der sinnvolle Umgang mit Geld doch ist. Dann erläuterten die beiden Bankangehörigen die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten von Sparbuch und Girokonto, auf die das bisher von der Gruppe eingenommene Geld einbezahlt wurde.

 

Anschließend ging es dann hinunter in den Tresorraum der Bank. Nicht nur die zwei Tonnen schwere Eingangstüre, sondern auch die zahlreichen Bankschließfächer imponierten den Besuchern aus der Geiselhöringer Schule. Als eines der Schließfächer von ihnen gar per Schlüssel geöffnet werden durfte, fanden sich darin 50 Euro in Scheinen. Damit unterstützt die Raiffeisenbank die Finanzierung des Ausflugs am Schuljahresende. Begeistert reagierten die Kinder dann, weil für jedes von ihnen auch noch ein Gutschein über zehn Euro und eine Taschenlampe im Schließfach bereit lagen. Nach der Rückkehr in den Schalterraum konnten einige Kinder die 50 Euro in Scheinen sogleich am Automaten auf das für die Gruppe angelegte kostenlose Girokonto einzahlen und so den Umgang auch mit dieser modernen Einrichtung in einer Bank üben.

 

Wie Lehrerin Sigrid Bielmeier zum Abschluss der Bankerkundung betonte, wollten die Kinder durch weitere Aktionen, beispielsweise beim Bürgerfest im Sommer, sich für ihren Ausflug Geld selber „erarbeiten". Dies stärke zum einen ihr Selbstbewusstsein, zum anderen bekämen sie ein Gespür dafür, dass man dafür aber auch arbeiten und etwas leisten müsse, was wiederum zum achtsamen Umgang mit Geld führe. Trotzdem würde sich die Ganztagsgruppe natürlich auch über weitere finanzielle Unterstützung für ihr Vorhaben freuen.

 

aha, Laberzeitung, 23.01.2012