Wann ist ein Kind schulfähig?

Info-Abend für die Eltern der künftigen Schulanfänger – Schule und Kindergarten gaben wichtige Ratschläge

2011/2012

Von ihnen erfuhren die Eltern der künftigen Schulanfänger Hinweise über die Schulfähigkeit ihres Kindes v. l. die Lehrerinnen Adelheid Maier und Margit Candussio, Rektor Ludwig Paßreiter, Erzieherin Sonja Held und die Kindergartenleiterin Monika Maier

Zum gemeinsamen Informationsabend des Kindergartens und der Grundschule am Donnerstagabend konnte Rektor Ludwig Paßreiter viele interessierte Eltern der künftigen Schulanfänger in der Aula der Grund- und Mittelschule begrüßen. Als Referenten gaben die Grundschullehrerinnen Margit Candussio und Adelheid Maier, sowie die Leiterin des städtischen Kindergartens Monika Maier und die Erzieherin Sonja Held den Eltern nützliche Ratschläge und Informationen zur Beantwortung der Frage „Wann ist ein Kind schulfähig?" an die Hand.

 

Im ersten Referat legte Rektor Ludwig Paßreiter, nachdem er sich bei den Eltern für das zahlreiche Erscheinen bedankt hatte, die rechtlichen Grundlagen über das Einschulungsalter dar. Darin ist für das kommende Schuljahr festgelegt, dass Kinder, die im Zeitraum vom 1.10.2005 bis 30.9.2006 geboren sind, im kommenden Schuljahr  regulär schulpflichtig sind. Dazu kommen bereits einmal zurückgestellte Kinder bzw. Kinder, die nach dem 1.10.2006 geboren wurden und deren Eltern einen Antrag auf Einschulung gestellt haben. Grundsätzlich entscheidet der  Schulleiter über die Aufnahme in eine öffentliche Schule, wozu er auch die Teilnahme zu einem Verfahren zur Feststellung der Schulfähigkeit verlangen kann. „Natürlich werde ich diese Entscheidung nur zusammen mit meinen Beratungslehrern und unter Einbeziehung evtl. vorhandener Gutachten treffen", sicherte Rektor Paßreiter den Eltern zu. Als zukünftige Erstklasslehrerinnen gaben nun Margit Candussio und Adelheid Maier den Eltern wichtige Entscheidungshilfen und Beurteilungskriterien über die Schulfähigkeit ihres Kindes an die Hand. Dabei bezogen sie sich vor allem auf die geistigen und körperlichen Voraussetzungen zur Schulfähigkeit. Für die Eltern brachten sie die Antwort auf diese Frage auf den einfachen Nenner: „Schulfähig ist das Kind dann, wenn sie ihm zutrauen, den Alltag in der Schule zu bewältigen und zu bestehen." Im Gesetzestext laute dies: „Ein Kind gilt als schulfähig, wenn es körperlich, geistig und sozial so weit entwickelt ist, dass es am Unterricht erfolgreich teilnehmen kann."  Eine wichtige Voraussetzung für den Schulerfolg sei das uneingeschränkte Seh- und Hörvermögen, da es in engem Zusammenhang mit den Lese- und Schreibleistungen stehe. Als weiteres Entscheidungsmerkmal nannten die Referentinnen die sprachliche Entwicklung des Kindes. Die Ausprägung der Grob- und Feinmotorik, ein bestimmtes Maß an Neugier, Wahrnehmung, Merk- und Konzentrationsfähigkeit seien weitere wichtige Indizien der Schulfähigkeit. Dabei warnten sie aber vor übertriebener Ängstlichkeit bei evtl. vorhandenen Defiziten. Viel mehr legten sie den Eltern ans Herz: „Helfen sie mit, dass ihr Kind Freude am Lernen findet und gern in die Schule geht!"

Sozialkompetenz

 

Die Sozialkompetenz sei ein drittes wichtiges Indiz der Schulfähigkeit. Da das Kind mit der Einschulung Mitglied in einem neuen sozialen Netz werde, müsse es auch seinen Platz in dieser neuen sozialen Umgebung finden. Um dies zu schaffen, solle es auf die im Kindergarten erworbenen Basiskompetenzen wie Selbstkontrolle, Selbstständigkeit, Kooperation, Fähigkeit zur Konfliktlösung, soziales Lernen aufbauen können. „Diese Erfahrungen sind eine wichtige Voraussetzung, dass das Miteinander in der Klasse funktioniert und wir unser Hauptaugenmerk auf das Lernen lenken können",  bestärkten sie die Eltern in ihren Bemühungen in ihrer täglichen Erziehungsarbeit. Da zu den Anforderungen in der Schule gleichzeitig auch die Erwartungen der Eltern deutlich steigen, sei für die Kinder ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein wichtig. Ein selbstbewusstes Kind zeigt keine unangemessene Ängstlichkeit, kann seine Gefühle zum Ausdruck bringen, gibt nach Misserfolgen nicht gleich auf, vertritt seine Meinungen und erträgt die Ablehnung von Wünschen. Abschließend gaben sie den Eltern nützliche Ratschläge zur persönlichen Förderung des eigenen Kindes an die Hand, wobei sie aber vorausschickten: „Nehmen sie keinen Unterricht vorweg, sondern trainieren sie mit dem Kind einfache Formen zum Erlangen der Selbstständigkeit wie allein anziehen können, Toilettenbesuch, Ordnung am Arbeitsplatz einhalten und Ausdauer bei den begonnen Tätigkeiten zeigen.

Elterninformationsbogen

 

Im dritten Referat des Info-Abends begründete die Kindergartenleiterin Monika Maier die Notwendigkeit und die Bedeutung der Kooperation von Kindergarten und Schule. Mit dem seit dem Schuljahr 2008/2009 Bayern weit einheitlich eingeführten Elterninformationsbogen erhalte die Schule wichtige Informationen über das Kind. Dieser Bogen wird bei einem Elterngespräch von den Eltern mit den Erzieherinnen gemeinsam ausgefüllt. Er informiere die aufnehmende Schule über die Stärken bzw. die Schwächen des Kindes und ermögliche es der Lehrkraft, vom ersten Schultag an besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingehen zu können. Die Abgabe bei der Schuleinschreibung beruhe zwar auf freiwilliger Basis, so die Kindergartenleiterin, bringe aber nur Vorteile für das Kind.

 

Den Abschluss des Info-Abends bildeten die Ausführungen der Erzieherin Sonja Held. Sie berichtete über die bereits durchgeführten oder in den nächsten Monaten geplanten Aktionen zur intensiven Vorbereitung der zukünftigen Schulanfänger. Nach dem im Dezember erfolgten ersten Besuch im Schulhaus ist im Mai ein offizieller Schulhausbesuch mit einer Schulhausrallye vorgesehen. Mit kleinen Aufgaben sollen die Kinder die Örtlichkeiten im Schulgebäude kennen lernen, sowie erste Kontakte mit dem Hausmeister, der zukünftigen Klassenlehrerin,  der Schulsekretärin und dem Rektor anbahnen. In einer weiteren Aktion im Juni dürfen die Vorschulkinder dann bei ihrer zukünftigen Lehrerin einen Schulvormittag verbringen. Abschließend sind noch ein Gegenbesuch der Lehrerin im Kindergarten und ein Elternabend eingeplant.

 

Nun hatten die Eltern Gelegenheit Fragen zu stellen. Verständlicherweise kam dabei als erste Frage: „Wie viele erste Klassen werden es im neuen Schuljahr?" Rektor Paßreiter konnte dabei nur die Auskunft geben, dass man momentan mit 56 Schulanfänger planen könne. Er hoffe nur, dass sich diese Zahl am 18.4. 2012, dem Tag der Schuleinschreibung um einen Neuzugang erhöhen werde. Abschließend bedankte sich Rektor Paßreiter bei der Leiterin des Städtischen Kindergartens, Monika Meier, für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen. Sein Dank galt außerdem allen Referentinnen für ihre sehr interessanten und fachkundigen Ausführungen.

 

Laberzeitung, 04.02.2012, hs