Themenabend Schulfähigkeit: Sozialkompetenz, ein wichtiges Indiz der Schulfähigkeit

Info-Abend für die Eltern der künftigen Schulanfänger – Lehrer und Erzieher gaben wichtige Ratschläge zur Schulfähigkeit eines Kindes

2012/2013

vorne Beratungslehrerin Margit Candussio, 2. R. v. l. die Grundschullehrerin Anna Mittermeier, Kindergartenleiterin Monika Maier und Rektor der Grund- und Mittelschule Ludwig Paßreiter.

Zum gemeinsamen Informationsabend des Kindergartens und der Grundschule am Montagabend konnte Rektor Ludwig Paßreiter viele interessierte der künftigen Schulanfänger in der Aula der Grund- und Mittelschule begrüßen. Als Referenten gab die Grundschullehrerinnen Anna Mittermeier und Margit Candussio, zugleich auch Beratungslehrerin, sowie die Leiterin des städtischen Kindergartens Monika Maier nützliche Ratschläge und Informationen zur Beantwortung der Frage „Wann ist ein Kind schulfähig?" an die Hand.

 

Im ersten Referat legte Rektor Ludwig Paßreiter die rechtlichen Grundlagen über das Einschulungsalter dar, in denen festgelegt ist, dass Kinder, die im Zeitraum vom 1.10.2006 bis 30.9.2007 geboren sind, im kommenden Schuljahr  regulär schulpflichtig sind. Dazu kommen bereits einmal zurückgestellte Kinder bzw. Kinder, die nach dem 1.10.2005 bis zum 30.9.2006 geboren wurden und schließlich solche Kinder, die zwischen dem 1.10. bis 31.12.2007 geboren sind und deren Eltern einen Antrag auf vorzeitige Aufnahme gestellt haben. Grundsätzlich entscheide der Schulleiter über die Aufnahme in eine öffentliche Schule, der die Teilnahme zu einem Verfahren zur Feststellung der Schulfähigkeit verlangen könne. „Natürlich werde ich diese Entscheidung nur zusammen mit meinen Beratungslehrern  und unter Einbeziehung evtl. vorhandener Gutachten treffen", sicherte Rektor Paßreiter den Eltern zu. Als zukünftige Erstklasslehrerin gaben nun Anna Mittermeier gemeinsam mit ihrer Kollegin und staatlichen Beratungslehrerin Margit Candussio den Eltern wichtige Entscheidungshilfen und Beurteilungskriterien über die Schulfähigkeit ihres Kindes an die Hand.

Körperliche und geistige Schulfähigkeit

 

Dabei bezogen sie sich zuerst einmal auf die geistigen und körperlichen Voraussetzungen zur Schulfähigkeit. Für die Eltern brachte sie die Antwort auf diese Frage auf den einfachen Nenner: „Schulfähig ist ihr Kind dann, wenn sie ihm  zutrauen, den Alltag in der Schule zu bewältigen und zu bestehen."  Im Gesetzestext des Kultusministeriums laute dies: „Ein Kind gilt als schulfähig, wenn es körperlich, geistig und sozial so weit entwickelt ist, dass es am Unterricht erfolgreich teilnehmen kann."  Eine wichtige Voraussetzung für den Schulerfolg sei das uneingeschränkte Seh- und Hörvermögen, da es in engem Zusammenhang mit den Lese- und Schreibleistungen stehe. Als weitere Entscheidungsmerkmale nannten die Expertinnen die sprachliche Entwicklung des Kindes, die Ausprägung der Grob- und Feinmotorik, ein bestimmtes Maß an Neugier, Wahrnehmungs-, Merk- und Konzentrationsfähigkeit. Dabei warnten beide aber vor übertriebener Ängstlichkeit der Eltern bei evtl. vorhandenen Defiziten. Viel mehr legten sie ihnen ans Herz: „Helfen sie mit, dass ihr Kind Freude am Lernen findet und gern in die Schule geht!"

Sozialkompetenz

 

Ein wichtiges Indiz der Schulfähigkeit sei nach den Worten von Lehrerin Anna Mittermeier die Sozialkompetenz. Da das Kind mit der Einschulung Mitglied in einem neuen sozialen Netz werde, müsse es auch seinen Platz in dieser neuen sozialen Umgebung finden. Um dies zu schaffen, müsse es auf die im Vorschulalter erworbenen Basiskompetenzen wie Selbstkontrolle, Selbstständigkeit, Kooperation, Fähigkeit zur Konfliktlösung, soziales Lernen aufbauen können. „Diese Erfahrungen sind eine wichtige Voraussetzung, dass das Miteinander in der Klasse funktioniert und wir unser Hauptaugenmerk auf das Lernen lenken können",  bestärkte sie die Eltern in ihren Bemühungen in ihrer täglichen Erziehungsarbeit. Da zu den Anforderungen in der Schule gleichzeitig auch die Erwartungen der Eltern deutlich steigen, sei für die Kinder ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein wichtig. Ein selbstbewusstes Kind zeige keine unangemessene Ängstlichkeit und gebe nach Misserfolgen nicht gleich auf. All das gehöre zur sozialen Schulreife, die nach Mittermeiers Worten ein wichtiger Grundpfeiler für den Schulerfolg ist. Nun gaben die Grundschullehrerinnen den Eltern nützliche Ratschläge zur persönlichen Förderung des eigenen Kindes an die Hand, wobei sie aber vorausschickten: „Nehmen sie keinen Unterricht vorweg, sondern unterstützen sie die Vorschularbeit des Kindergartens!"

Informationsbogen

 

Im dritten Referat des Info-Abends begründete die Kindergartenleiterin Monika Maier die  Bedeutung der Kooperation von Kindergarten und Schule, die sich zum gegenseitigen Austausch von Informationen Bayern weit einheitlichen Informationsbogen begründe. Dieser Fragebogen werde von den Erzieherinnen mit den Eltern gemeinsam ausgefüllt und informiere die aufnehmende Schule über die Stärken bzw. die Schwächen des Kindes. So können die  Lehrkräfte vom ersten Schultag an besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingehen. Der Informationsbogen sollte von den Eltern auf freiwilliger Basis bei der Schuleinschreibung an die Grundschule übergeben werden, müsse aber von dieser nach der 1. Klasse verpflichtend vernichtet werden.

 

Zum Abschluss ihrer Ausführungen ging Maier auf die verschiedenen Formen und Aktionen der Kooperation zwischen Kindergarten und Schule ein.  Dabei berichtete sie  über die in den nächsten Monaten geplanten Aktionen zur intensiven Vorbereitung der zukünftigen Schulanfänger. Neben häufigen kleineren Besuchen des Schulhauses ist ein offizieller Schulhausbesuch mit einer Schulhausrallye vorgesehen. Mit kleinen Aufgaben sollen die Kinder die Örtlichkeiten im Schulgebäude kennen lernen, sowie erste Kontakte mit dem Hausmeister, der zukünftigen Klassenlehrerin, der Schulsekretärin und der Schulleitung anbahnen. In einer weiteren Aktion dürfen die Vorschulkinder dann bei ihrer zukünftigen Lehrerin einen Schulvormittag erleben. Selbstverständlich sind auch Gegenbesuche der Lehrer in den Vorschulgruppen sowie ein gemeinsamer Elternabend eingeplant.

 

Nun hatten die Eltern Gelegenheit Fragen zu stellen. Hierbei ging es einzig um die Mittagsbetreuung.

 

Abschließend bedankte sich Rektor Paßreiter bei der Leiterin des Städtischen Kindergartens, Monika Meier, für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen. Sein Dank galt außerdem den beiden Referentinnen aus seinem eigenen Kollegium für ihre sehr interessanten und fachkundigen Ausführungen.Er selbst ging noch kurz auf die in Kürze vom Kindergarten auszuteilenden Fragebögen ein, die bis zum 8.3.2013 auch dort wieder abzugeben seien. Weiter informierte er die Eltern über die Mittagsbetreuung, die seit dem neuen Schuljahr von der Stadt auf drei Betreuerinnen ausgeweitet wurde. Schließlich sprach er auch die Möglichkeit des Hortbesuches an, ehe er noch um die Mitgliedschaft der Eltern im Schulförderverein warb.