Verabschiedung verdienter Lehrer

2012/2013

Von links: Rektor Ludwig Paßreiter, Konrektorin Ulrike Obermeier, Lehrer Josef Mandlinger, Lehrerin Franziska Unterpaintner, Studienrat der GS Josef Bauer, Lehrerin Gabriele Ebert und Bürgermeister Bernhard Krempl

100 Jahre erfolgreiches Wirken für die Geiselhöringer Schulen

 

Mit Studienrat Josef Bauer, Lehrer Josef Mandlinger, Lehrerin Franziska Unterpaintner und Lehrerin Gabriele Ebert wurden am Freitagvormittag vier sehr engagierte und beliebte Lehrer der Grund- und Mittelschule Geiselhöring in den Ruhe- bzw. Vorruhestand verabschiedet. Abschied nehmen galt es aber auch für Konrektorin Ulrike Obermeier, die zum 1.8. die Rektorenstelle an der Volksschule Leiblfing übernehmen wird. Im Rahmen einer Feier in der Schulaula, zu der viele Gäste gekommen waren, wurden das Wirken und die Persönlichkeit der Pädagogen entsprechend gewürdigt und deutlich gemacht, dass man sie gerne weiter an der Schule gehabt hätte. Für ein unterhaltsames Rahmenprogramm sorgten verschiedene Schulklassen der Grund- und Mittelschule und das Instrumental-Duo Dietmar Englbrecht und Bernhard Nußer.
Mit einem schwungvollen Begrüßungslied „Singt mit uns!" der Klassen 4a/b unter der Leitung von Lehrerin Birgit Sagmeister und unterstützt von der Schüler-Bläsergruppe wurde die Abschiedsfeier in der Schulaula für die fünf scheidenden Pädagogen eröffnet.
Josef Bauer 23 Jahre
Einen Aussprach von Theodor Fontane befolgend „Abschiedsworte dürfen nicht zu lange dauern, sondern müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung!" würdigte Rektor Ludwig Paßreiter das pädagogische Wirken von Studienrat der Grundschule Josef Bauer. 1990 war Josef Bauer als Lehrer an die Grundschule gekommen und unterstützte ab 1991 als Konrektor den damaligen Rektor der Grundschule Ludwig Eisenschenk in hervorragender Weise. Darüber hinaus arbeitete er auch viele Jahre als Beratungslehrer für die frühere Haupt- und heutige Mittelschule. Zusätzlich habe Josef Bauer als Betreuungslehrer den jüngeren Kollegen sein hohes Maß an Wissen und pädagogischem Geschick weitergegeben. Mit Josef Bauer, so Rektor Paßreiter, gehe ein Lehrer in den Ruhestand, der mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Ausgeglichenheit und Gelassenheit, gepaart mit positiver Einstellung zum Beruf und großer Vielseitigkeit 23 Jahre ein tragender Pfeiler der Geiselhöringer Schule war. So habe Josef Bauer nach der Pensionierung von Rektor Ludwig Eisenschenk die Verantwortung für die Grundschule ein ganzes Jahr alleine geschultert und dabei ein immenses Pensum geleistet.
Nun war die Reihe an Josef Bauer selbst, an das Rednerpult zu treten. In humorvollen Worten schilderte er den Zuhörern einige persönliche Erlebnisse aus seiner Junglehrerzeit im Bayerischen Wald und an seiner Heimatschule in Laberweinting unter Rektorin Maria Heigl. Bauers Dank galt den drei Rektoren, Ludwig Eisenschenk, Maria Meier und Ludwig Paßreiter für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, den Schulsekretärinnen Hermine Troppmann und Doris Scharschmidt sowie Hausmeister Werner Brielbeck für die tatkräftige Unterstützung.
Seine letzte Schulklasse, die 4b, wollte es gar nicht glauben, dass ihr Lehrer jetzt wirklich in den Ruhestand gehen wolle und lockte ihn mit dem selbst gedichteten Lied „Sepp, bleib da!" zum Revidieren seines Entschlusses, wobei sie kurzzeitig sogar Hoffnung haben durften, denn ihre Folgestrophe lautete plötzlich "Er bleibt da, er hat ses anders überlegt".
Gabriele Ebert 30 Jahre
Von Gabi Ebert wusste Rektor Ludwig Paßreiter, dass sie 1973 ihre pädagogische Laufbahn als Junglehrerin an der Grundschule in Geiselhöring begonnen habe. 1994 blieb auch ihr die Zeit der Mobilen Reserve nicht erspart und sie kam für zwei Jahre nach Oberschneiding. Hier habe sie auch als Betreuungslehrerin Lehramtsanwärtern ihre Erfahrung und ihr großes pädagogisches Geschick weitergegeben. Nach Oberschneiding folgten dann zwei Jahre an der Grundschule Salching, ehe sie 2004 an die Grundschule Geiselhöring zurückkehrte. Rektor Paßreiter bescheinigte seiner langjährigen Kollegin große Vertrauenswürdigkeit und ein hohes Maß an Kollegialität. Sie habe als eine der ersten Grundschullehrerinnen die Englisch-Eignungsprüfung abgelegt, außerdem habe sie stets in ihren Klassen sehr viel Wert auf Disziplin gelegt und in den Jahrgangsstufen 1 und 2 immer vorbildliche erzieherische Arbeit geleistet. Paßreiter bedauerte, dass sie wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig in den Ruhestand gehen müsse und wünschte ihr im Namen der gesamten Schulfamilie, dass sie den wohl verdienten Ruhestand lange bei guter Gesundheit genießen könne.
Gabriele Ebert bedankte sich sehr herzlich für die Lobesworte und versicherte ihren Kolleginnen und der Schulleitung: „Ich werde die Geiselhöringer Schule auf alle Fälle vermissen." Die Kinder der vierten Klassen machten danach der zukünftigen Pensionistin in ihrem Musikstück die Vorzüge des Ruhestandes deutlich und fragten sie:"Hast du schon darüber nachgedacht, was im Ruhestand Freude macht?"
Josef Mandlinger 29 Jahre
Nach 29 Jahren Lehrertätigkeit an der Mittelschule Geiselhöring tritt Lehrer Josef Mandlinger zum 1.8. in den Vorruhestand ein. Rektor Paßreiter bezeichnete Josef Mandlinger als Urgestein und markanten Pfeiler seiner Schule. Neben seinen Aufgaben als Klassenleiter der Jahrgangsstufen sieben bis neun habe er das Fach Wirtschaft unterrichtet, vor allem aber habe er nicht nur den Schülern, sondern auch vielen Kollegen in Lehrerfortbildungen und vielen Einzelsitzungen den Umgang mit Computer und Internet beigebracht. Als Systembetreuer habe er nicht nur die 60 Rechner der beiden Schulen mit vielen Tricks und Finessen am Laufen gehalten, sondern habe auch in der Schulleitung Aktualisierungen und Installationen durchgeführt und das Schulverwaltungsprogramm stets auf den aktuellen Stand gebracht. „Mit dir, lieber Sepp, geht ein Kollege in den Vorruhestand, der nicht nur im Kollegium, sondern auch bei der gesamten Schulfamilie geschätzt und beliebt war und der während seines 29-jährigen Wirkens in Geiselhöring stets ein sehr positiver Partener im Kollegium war" , würdigte Rektor Paßreiter die Verdienste Mandlingers und wünschte ihm, dass er nun für seine Hobbys – Frettchenzucht, Amateurfunk, Waldarbeit und Radfahren – mehr Zeit habe.
Auch Josef Mandlinger bedankte sich herzlich für seine ihm entgegengebrachte Wertschätzung und erzählte einige persönliche Erlebnisse aus seiner Lehrerzeit. Er schloss seine Dankesworte mit dem etwas abgewandelten bayerischen Sprichwort: „Aus is und gar is und schö is , dass wahr is". Das Lehrer-Musikensemble Dietmar Englbrecht und Bernhard Nußer widmeten dem scheidenden Kollegen zwei Musikstücke, zuerst das Mundartlied „S'Einsperrhaus" und dann das Instrumentalstück „An Sepp des sei!"
Franziska Unterpaintner 26 Jahre
Seit 1987 unterrichtete Franziska Unterpaintner an der Grundschule Geiselhöring, nachdem sie zuvor am heutigen Förderzentrum in Mallersdorf und an der Volksschule Laberweintung eingesetzt war. Rektor Paßreiter bezeichnete die wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig aus dem Schuldienst ausscheidende Kollegin als sehr markante und mitbestimmende Persönlichkeit seiner Grundschule, die sich in ihrer unnachahmlichen Mischung aus Ausgeglichenheit und Ruhe bei gleichzeitiger Dynamik und positiver Einstellung zum Lehrerberuf bisweilen auch kritisch hinterfragend bemerkbar machte. Die Fanerl, wie sie allgemein von ihren Kolleginnen genannt wurde, war über Jahrzehnte Sportbeauftragte der Grundschule, außerdem als Sportübungsleiterin prädestiniert zur Mannschaftsbetreuung für die verschiedenen Sportarten. „Aufgrund deiner Vielseitigkeit und deiner vielschichtigen Fähigkeiten warst du sehr variabel und überall einsetzbar", lautete die positive Beurteilung von Rektor und langjährigem Weggefährten Paßreiter.
Franziska Unterpaintner überschrieb ihre Dankesworte mit der einfachen Feststellung „Glück gehabt!", was sie anhand mehrerer Begebenheiten aus ihrem Leben anschaulich belegte. Nun überraschten die Mädchen der 2b die Abschied Nehmenden mit ihrem zusammen mit Lehrerin Inge Weikl einstudierten Bändertanz „Hummelflug".
Ulrike Obermeier neue Chefin in Leiblfing
Bereits 1989 unterrichtete die heutige Konrektorin Ulrike Obermeier als junge Lehrerin vier Jahre an der damaligen Hauptschule in Geiselhöring, ehe sie drei Jahre zur Volksschule in Leiblfing und für zehn Jahre zur Volksschule Alburg gehörte. 2006 kehrte sie als Konrektorin an die Volksschule Leiblfing zurück. Seit dem 1.8. 2010 wirkte sie als Konrektorin an der Grund- und Mittelschule Geiselhöring. Mit ihrer Berufung zur neuen Chefin der Volksschule Leiblfing verliere die Schule Geiselhöring, so Paßreiter, eine sehr engagierte und qualifizierte Pädagogin, die mit ihrer Power, ihrer Dynamik und ihrer Lebensfreude das Schulleben entscheidend mitprägte. „Aufgrund deines Einfühlungsvermögens und deiner Fähigkeit, Situationen schnell zu erfassen und Probleme anzugehen und sie mit Schwung zu lösen, brauchtest du nur eine sehr kurze Zeit der Akklimatisierung und Eingewöhnung", lobte der Schulleiter seine Stellvertreterin. Paßreiter wünschte ihr für ihre neue Aufgabe in Leiblfing gutes und schnelles Eingewöhnen und eine glückliche Hand.
Mit den Verszeilen aus dem Gedicht von Renate Eggert-Schwarten bedankte sich Konrektorin Ulrike Obermeier für die Lobesworte ihres Chefs und versicherte den Kolleginen und Kollegen: „Ich nehme sehr viel aus Geiselhöring mit, denn ihr seid eine echte Schulfamilie." Zur Freude ihrer Sportlehrerinnen Unterpaintner und Obermeier führten die Mädchen der 5. Klasse den Formationstanz „Die young" auf, den sie zusammen mit Lehrerin Alexandra Dobner einstudiert hatten.
Nun trat Bürgermeister Bernhard Krempl an das Rednerpult und bezeichnete die Geiselhöringer Schule als wichtigen Faktor in der Gemeinde, da sie insbesondere hohe Qualität aufweise. Den ausscheidenden Kolleginnen und Kollegn dankte er für das jahrzehntelange fruchtbringende Wirken an der Schule und überreichte jedem von ihnen einen Glasrahmen mit passendem Sinnspruch. Die beiden Musikkoryphäen der Schule, Dietmar Englbrecht und Bernhard Nußer, widmeten den Abschied Nehmenden das Lied „Some of these days", das sie auf dem Klavier und mit dem Saxophon begleiteten. Die Vorsitzenden des Elternbeirates der Grund- und Mittelschule , Markus Grahammer und Petra Plank, brachten ihren Dank in Gedichtform zum Ausdruck, in dem es am Schluss hieß: "So bedankt sich heute die Elternschaft und unser Präsent gebe Leib und Seele Kraft", ehe die Kinder der 4. Klassen alle Lehrer mit einer Sonnenblume überraschten.
In seinen Schlußworten bedankte sich Rektor Paßreiter bei allen Kolleginnen und Kollegen, die zum Gelingen der Abschiedsfeier beitrugen, insbesondere bei der jungen Kollegin Steffi Grauham, die der Schule durch ihre Aushilfe einen tollen Dienst erwiesen habe. Mit dem Gedicht von Horst Winkler über den Ruhestand schloss er die Abschiedsfeier, die mit dem Liedvortrag „We wish you" musikalisch ausklang.