Grundschüler besuchten „das kleinste Theater der Welt“

2013/2014

„Die Kleinste Bühne der Welt“ von Jörg Baesecke hat leicht in einem kleinen Koffer Platz und genügt ihm vollkommen, wenn er auf Tournee geht.

Jörg Baesecke – Erzähler, Akteur und Dramaturg in einer Person

 

Geiselhöring. (hs) „Platz ist auf der kleinsten Bühne" Damit hat Jörg Baesecke aus Pullach bei München wahrlich nicht übertrieben. Seine Kulissen und seine Utensilien, die er für seine Aufführungen braucht, haben wirklich auf einem Stuhl Platz und trotzdem kann er damit sein Publikum in seinen Bann ziehen. Obwohl Baesecke eigentlich ausgebildeter Jurist ist, pfiff er auf die Sicherheit im Beruf und entschied vor gut 20 Jahren für eine Tätigkeit, in der er alle seine  Begabungen zusammenführen konnte. Und dass er davon eine ganze Menge besitzt, das bewies er am Mittwoch Vormittag vor den Grundschülern der Geiselhöringer Schule. Ermöglicht und organisiert wurde sein Auftritt von den Mitarbeiterinnen der Pfarr- und Stadtbücherei, Elisabeth Dengler und Gerda Gress in Zusammenarbeit mit den Lehrkräfte der Geiselhöringer Grundschule.

Zuerst trat Jörg Baesecke als Märchenerzähler auf, der den Kindern eines der 200  Märchen der Gebrüder Grimm „Sechs kommen durch die ganze Welt."  in großartiger Mimik und Gestik spannend erzählte. Erst bei seinem zweiten Märchen wandelte sich Jörg Baesecke vom reinen Erzähler zum Bühnenakteur, der aber nur drei Zollstöcke als Utensilien benötigte, um das russische Märchen vom „Eichenbaum, der in den Himmel wächst" in seinen drei Akten vorzuspielen, . Drei Zollstöcke, gelb, rot und golden, genügten ihm vollkommen, um die dreigliedrige  Handlung des alten russischen Märchens darzustellen.

Erst bei seinem dritten Märchen nahm der Interpret seine kleinen Zuhörer mit in sein „kleinstes Theater der Welt". Am besten kann man es als kleine Kofferbühne, 23 auf 36 Zentimeter groß, beschreiben. Für diese Bühne schrieb Baesecke bereits echte Weltklassiker wie  „Robinson Crusoe", „Der Rote Freibeuter" oder „Ein Sommernachtstraum".  Mit Hilfe einfachster Zeichnungen, vom Künstler als Geheimschrift bezeichnet,  verstand er es, die Aufmerksamkeit der Kinder noch einmal für das moderne Märchen „Das Töchterchen Frosch" zu wecken.

Der lange Applaus der Grundschüler forderte vom Künstler natürlich eine Zugabe, die er ihnen gerne mit dem modernen Stück aus Südamerika  „Was die Affen sagen" gewährte, da auch dafür keine großen Umbauarbeiten auf seiner Bühne nötig waren.