Viele Wege führen zum Ziel

2015/2016

Informationsabend für die 3.Klassen über das bayerische Schulsystem

Zahlreiche Eltern von Kindern der 3. Klassen aus den Grundschulen Geiselhöring und Perkam nahmen sich am Montagabend Zeit, sich beim Informationsabend über das differenzierte bayerische Schulsystem aufklären zu lassen. Über dieses Thema referierten die Beratungslehrerinnen für Grund- und Mittelschulen im Landkreis Straubing-Bogen , Simona Feldkamp und Margit Candussio.

Vor Beginn der Referate betonte Rektor Ludwig Paßreiter, dass die heutigen Informationen nicht den Übertritt betreffen, sondern dass sie den Eltern nur die vielfältigen Möglichkeiten des schulischen Angebotes, die vielfältigen Bildungswege und die Beratungsangebote im bayerischen Schulsystem erläutern möchten. Nach der 4. Klasse der Grundschule, so Margit Candussio, eröffne sich den Schülern ein schulisches Angebot mit insgesamt 13 verschiede-nen Schularten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Anforderungen, Zielen und Geschwin-digkeiten. So biete sich nach der 4. Grundschulklasse der Übertritt an die Mittelschule, an die Realschule und an das Gymnasium, nach der 7. Klasse in die Wirtschaftsschule an. Bei der Entscheidung sollten in erster Linie die persönlichen Ziele und das aktuelle Leistungsvermö-gen des Schülers, aber auch das Anforderungsprofil der weiterführenden Schulart den Aus-schlag geben. Für jeden dieser Wege gelte als wichtigstes Ziel: Der erfolgreiche Abschluss. Denn jeder erfolgreiche Schulabschluss eröffne infolge der Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems Chancen auf weitere und höhere Bildungswege. Bei jeder Entscheidung sollte nach der Ansicht der beiden Referentinnen der Schüler im Mittelpunkt stehen. Aus ihrer lang-jährigen beruflichen Erfahrung können sie feststellen, dass sich die Leistungsfähigkeit eines Kindes mit zunehmendem Alter entwickeln aber auch verändern könne. Am erfolgreichsten sei es oftmals, dem Kind Zeit zu geben, um sich durch persönliche Erfolge ein gesundes Selbstvertrauen aufbauen zu können. Eine Überforderung dagegen führe immer zu Frustrati-on, Enttäuschung und schließlich zum Misserfolg. Rückkehrer haben in allen Schularten einen harten Anfang.
Der Mittlere Schulabschluss
Das erste Ziel jeden schulischen Weges müsse für den interessierten und strebsamen Schüler der mittlere Schulabschluss sein. Diesen könne man in der Mittelschule über die M-Klassen aber auch über den sog. Quabi (Mittelschulabschluss und erfolgreicher Berufsabschluss), na-türlich über die Realschule oder mit dem erfolgreichen Abschluss der 10. Klasse am Gymnasi-um erreichen. Auch die zwei-, drei- oder vierklassige Wirtschaftsschule führe nach 11 Schul-jahren zum Mittleren Bildungsabschluss. Mit diesem stehe der Weg offen in die Berufsschule im dualen System, in die Fachakademie, die Fachschule, in das Gymnasium und nach dem erfolgreichen Berufsabschluss in die Berufsoberschule. Mit den erfolgreichen Abschlüssen sei die die Fachhochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife oder die allgemeine Hoch-schulreife erreicht.
Durchlässigkeit des Schulsystems
Ein großer Vorteil des bayerischen Schulsystems sei, so betonten beide Referentinnen, dessen Durchlässigkeit. Dies belegten sie mit der Tatsache, dass mittlerweile bereits 42% der Schüler über die Fachoberschule im Jahr 2014 die Hochschulreife erlangten. Durch individuelle För-dermaßnahmen in Form von modularer Förderung in der 5. Klasse der Mittelschule, Gelenk-klassen in der Realschule (mit Grundschullehrern) und Intensivierungsstunden am Gymnasium oder Einführungsklassen und Brückenangeboten an der FOS oder BOS werde den Schülern der Übergang an eine andere Schulart erleichtert. Abschließend legten die beiden Beratungs-lehrerinnen Candussio und Feldkamp den Eltern ans Herz, frühzeitig die Beratungsangebote des bayerischen Schulsystems vor der Entscheidung über den weiteren Schulweg zu nutzen. Dabei stünden Klassenlehrer, Beratungslehrer, Schulpsychologen der Grundschule, aber auch „Lotsen" der aufnehmenden Schule und Beratungsfachkräfte der staatlichen Schulberatungs-stellen Rat suchenden Eltern zur Verfügung. Weitere Informationen könne man im Internet unter www.Schulberatung.bayern.de bekommen. Durch gründliche und frühzeitige Informati-onen könne so mancher Irrweg und Misserfolg vermieden werden. „Hören Sie auf Ihr Kind!" lautete die abschließende Feststellung der erfahrenen Pädagoginnen.
Abschließend bedankte sich Rektor Ludwig Paßreiter bei den beiden Referentinnen, nachdem zuvor den Eltern die Möglichkeit geboten war, sich mit persönlichen Fragen an sie zu wenden.