Schülerrückgang an Mittelschulen hat unterschiedliche Ursachen

2015/2016

Bürgermeister, Rektoren, Elternbeiräte und Schülersprecher trafen sich

Zur 5. Ausschusssitzung des Mittelschulverbundes konnte Verbundkoordinator Rektor Ludwig Paßreiter am Dienstagvormittag die Bürgermeister, Rektoren, Elternbeiratsvorsitzenden und Schülersprecher aus Aholfing, Laberweinting, Leiblfing, Mallersdorf-Pfaffenberg, Rain, Salching und Geiselhöring im Lehrerzimmer der Grund- und Mittelschule Geiselhöring begrüßen. Als besonderen Gast konnte Rektor Paßreiter Schulrat Stephan Grotz als Vertreter des Schulamtes Straubing Bogen willkommen heißen. .
Erhalt der kleinen Mittelschulen
Zu Beginn seines Rückblicks stellte Rektor Ludwig Paßreiter fest, dass der Mittelschulverbund G-L-M-R nun fast fünf Schuljahre hinter sich habe und im Unterschied zu einigen anderen Regionen die Zusammenlegung der Hauptschulen zu Mittelschulverbünden im Landkreis SR-Bog relativ reibungslos abgelaufen sei. Wichtig ist die Tatsache, dass durch den Mittelschulverbund auch kleine Hauptschulen weiter existieren können und eigenständig bleiben, und dass die meisten Schüler der Regelklassen am Ort bleiben, stellte Paßreiter fest. Auch konnten die Schülerfahrten in einem erträglichen Rahmen gehalten werden, obwohl im Schulverbund wieder alle drei Berufs-orientierenden Zweige - Technik, Wirtschaft und Soziales - angeboten werden. Dabei sei er aber enttäuscht, dass die M-Klassen immer noch nicht die Anerkennung bei Eltern und Schüler erhalten, die ihnen eigentlich zustünde.

Schülerzahl des Verbundes positiv
Der Verbundkoordinator berichtete nun, dass die Rektoren am 10. März in einer sehr sehr harmonisch verlaufenen Versammlung anhand der aktuellen Zahlen die Wahlpflichtfächer festgelegt haben. Diese Zahlen können sich wegen der erst in den Sommerferien stattfindenden Aufnahmeprüfungen für die M-Klassen noch ändern, so Paßreiter. In diesem Zusammenhang hob er die tolle Zusammenarbeit aller Schulleiter-Kollegen hervor.
Der gesamte Schulverbund zähle im neuen Schuljahr aktuell 448 Schüler (Vorjahr 415) in 22 Klassen. Geiselhöring: 170 Sch. in 8 Kl, Leiblfing: 62 Sch. in 4 Kl, Mallersdorf-Pfaffenberg: 121 Sch. in 5 Kl und Rain: 95 Sch. in 5 Kl. Auch sollen in den praktischen Fächern weiterhin jahrgangsübergreifende Lerngruppen gebildet werden, was einerseits durch teilweise geringe Schülerzahlen, vor allem aber zur Einsparungen der Transportkosten bedingt sei. Paßreiter versicherte, dass man von Seiten der Schulleitungen wieder alles versuchen werde, die Kosten für den Schülertransport zu senken, indem man den Nachmittagsunterricht so weit möglich auf Montag und Dienstag konzentrieren werde. Schulrat Stephan Grotz sprach das Problem der Langzeiterkrankungen und der Mutterschaftsbeurlau-bungen im Potential der Mobilen Reserven an.

Ausgleich durch Stundeneinsparungen
Im Hinblick auf die Knappheit der Lehrerstunden, meinte Grotz, bei der Verteilung der Lehrerstunden könne das Schulamt die von der Regierung zugeteilten Lehrerstunden nicht vermehren, sondern nur gerecht verteilen. Paßreiter verdeutlichte diese Aussage mit der Feststellung: „Im neuen Schuljahr bleibt die Messzahl für die Zuteilung der Lehrerstunden bei 1,801 pro Schüler, wobei wir aber mit einer Messzahl von ca. 1,73 (also ca. 779 h) oder knapp darunter planen müssen, um die Mobile Reserve bedienen zu können." Auf seinen Schulverbund bezogen, sagte Paßreiter: „ Mit diesem Wert von ca. 1,73 haben wir in Rain und in Leiblfing enorme Probleme, mit den Lehrerstunden auszukommen, um den Pflichtunterricht abzudecken. Nur durch Stundeneinsparungen in Geiselhöring und Mallersdorf-Pfaffenberg war es möglich, Rain (1,75) und Leiblfing (1,83) einigermaßen bedienen zu können. Paßreiter bedauerte, dass Dinge wie Modularisierung, Differenzierung, Tastschreiben als Extrastunden oder AGs nicht mehr durchführbar seien. In Zukunft werde es so sein, dass Lehrer nicht mehr fest an einer Schule sind, sondern im ganzen Schulverbund eingesetzt werden können.
Bürgermeister Frank relativierte die statistische Aussage über den starken Schülerrückgang an der Mittelschule in Leiblfing mit der Feststellung, dass der Schülerrückgang vor allem durch die Ausgliederung der Hauptschüler von Salching verursacht werde. Als weiterer Grund wurde von den Bürgermeistern und Rektoren der Ausbau ortsnaher Privatschulen oder das Angebot von „gebundenen Ganztagsklassen" angeführt.
BMin Anita Bogner (Rain) und BM Frank (Leiblfing) erläuterten kurz den aktuellen Stand der Sanierungspläne ihrer Schulen. Während in Rain mit der Maßnahme Mitte des Jahres 2017 begonnen werden solle, werde in Leiblfing vorrangig die Sanierung der Grundschule mit Bau einer Aula ins Auge gefasst. Rektor Paßreiter bedankte sich bei Schulrat Stephan Grotz für die gute Zusammenarbeit, Bürgermeister Lichtinger lobte das große Engagement von Rektor Ludwig Paßreiter, dem es nicht zuletzt zu verdanken sei, dass der Schulverbund so harmonisch und erfolgreich funktioniere.