Lehrstellenmarkt für Schulabgänger in einer brillanten Verfassung

2016/2017

Zum Informationsabend der 6. Klasse der Mittelschule Geiselhöring am Montagabend konnte Rektor Ludwig Paßreiter den zuständigen Berufsberater der Arbeitsagentur Deggendorf Außenstelle Straubing, Georg Hetzenecker, sowie die Klassenlehrerin der 6. Kl., Judith Garhammer, begrüßen. Übereinstimmend bescheinigten die Referenten dem beruflichen Bildungsweg in der Wirtschaft eine exzellente Akzeptanz, genau so aber auch viele Chancen für Spätentwickler.

 

Mehrere Wege zum Mittleren Bildungsabschluss


Rektor Paßreiter zeigte vor seinen Informationen über den M-Zug in der Mittelschule eine grafische Darstellung über den Aufbau des bayerischen Schulsystems und erläuterte die Zugehörigkeit der Mittelschule Geiselhöring in den Mittelschulverbund Geiselhöring, Leiblfing, Mallersdorf-Pfaffenberg und Rain, der mittlerweile bereits sechs Jahre bestehe. Im laufenden Schuljahr gehören 430 Schüler den Mittelschulen im Schulverbund an. Damit habe sich der Charakter der neuen Mittelschule von der reinen Pflichtschule zu einer Angebotsschule verändert, die den Schülern in einem eigenen 4jährigen Bildungsgang die mittlere Reife ermögliche. Als eindeutige Vorteile der Mittelschule nannte er die intensive arbeitspraktische Orientierung ab der 8. Jahrgangsstufe mit mehreren Praktiken und Betriebserkundungen, sowie den jeweils vierstündigen Profilbereichen Technik, Wirtschaft und Soziales. Paßreiter sagte abschließend: „Der M-Zug ist der etwas andere Weg zum gleichwertigen Mittleren Bildungsabschluss. Der Schulabschluss an der Mittelschule, wenn möglich mit dem Quali oder mit der Mittleren Reife nach der M 10 weist einen höheren Praxis- und Berufsbezug auf, so dass mit diesem Bildungsweg an der Mittelschule der ideale Kandidat für den qualifizierten Facharbeiter hervorgebracht wird." Abschließend informierte er über den qualifizierenden Hauptschulabschluss und die Möglichkeit und Bedingungen, die mittlere Reife über den sog. Quabi (qualifizierender beruflicher Bildungsabschluss), ausgestellt von der Mittelschule oder der Berufsschule, zu bekommen. Nach Aussage Paßreiters kommen mittlerweile 43% aller Studenten nicht mehr über das Gymnasium zum Studium.


Einstieg in den Beruf


Georg Hetzenecker, der zuständige Berufsberater der Arbeitsagentur Deggendorf im Bereich Strau-bing, zeigte die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten auf, die man mit dem Erwerb des Qualifi-zierenden Hauptschulabschlusses oder des Mittleren Bildungsabschlusses der Mittelschulen, aber auch schon mit dem erfolgreichen Abschluss der Mittelschule habe. Voraussetzung sei hier aber eine positive Zeugnisbemerkung über das Arbeits- und Sozialverhalten des Schülers. In diesem Zu-sammenhang informierte der Berufsberater über das Angebot von regionalen Großfirmen, Schülern mit Mittlerer Reife eine sog. Duale Berufsausbildung mit zweieinhalbjähriger Berufsausbildung und halbjährigem Besuch einer BOS (Berufsoberschule) die Berechtigung für ein Studium an der Fachhochschule zu ermöglichen. Neben dem direkten Einstieg in die berufliche Ausbildung mit ei-ner zwei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit gebe es nach Hetzneckers Worten auch die Mög-lichkeit in eine Berufsfachschule einzutreten. Um in eine staatliche Berufsfachschule aufgenom¬men zu werden, müsse man sich mit dem Jahreszeugnis der 8. Klasse der Mittelschule bewerben. Private Fachschulen stellen meistens keine besonderen Aufnahmebedingungen, dafür verlangen sie aber Schulgeld. Weitere Themenbereiche seiner Ausführungen waren das Berufsgrundschuljahr, auch BGJ genannt, die Fachakademien, wo die Schüler aber zuerst ein zweijähriges Vorpraktikum ableisten müssen. Sehr hohe Anforderungen stelle die FOS. Abschließend legte er den Eltern eindringlich ans Herz, ihre Kinder immer wieder neu zum Lernen zu motivieren und frühzeitig die Angebote der Berufsberatung wahrzunehmen. Dieses Angebot können auch Erwachsene nutzen, die nach längerer Berufspause wieder einsteigen oder sich verbessern wollen „Die Chancen für die Berufsanfänger haben sich deutlich verbessert und gerade der berufliche Bildungsweg wird aktuell einen immer höheren Stellenwert gewinnen", lauteten seine aufmunternden Worte an die um die berufliche Zukunft ihrer Kinder besorgten Eltern.