Vorlesen braucht einen festen Platz im Famlienalltag

Seit 2011 bereits wird von der Stiftung Lesen das bundesweite frühkindliche Leseförderprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen" durchgeführt. Kernstück dieses Programms sind Stofftaschen mit jeweils einem altersgerechten Buch für Kinder sowie Tipps für Eltern zum Vorlesen und Erzählen. Das Lesestart-Set der 1. Phase wurde von 2011 bis 2014 in Kinderarztpraxen an die Eltern von einjährigen Kindern verteilt. Seit 2013 bis Ende 2016 gab es in Bibliotheken die Folge-Sets für dreijährige Kinder. Seit Beginn des laufenden Schuljahres erhalten alle Schulanfänger ihr persönliches, kostenfreies Lesestart-Set. Um dies möglichst erfolgreich werden zu lassen, organisierte Lehrerin Anna Mittermeier am Donnerstagabend für die Eltern der beiden ersten Klassen der Grundschule Geiselhöring einen Informationsabend. Dafür hatte sie neben den beiden Klassenlehrerinnen, Sonja Fritsch und Ulrike Mittermeier, auch die zwei Bibliothekarinnen der Stadt- und Pfarrbücherei, Gerda Greß und Elisabeth Dengler, eingeladen. Im ersten Teil erläuterte Anna Mittermeier die Absicht des bundesweit laufenden frühkindlichen Leseförderprogramms, wofür das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler laut Pisa Studie den Auslöser gegeben habe. Die beiden Erstklasslehrerinnen gaben dann einen Einblick in die unterschiedlichen Leselernmethoden. Nach dem Erlernen aller Buchstaben stehe der Spaß am Zusammenlesen verschiedener Buchstaben im Vordergrund. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die verschiedenen Techniken des Zusammenlesens im Vordergrund des Leselernprozesses. Da das Lesetraining vor allem Ausdauer erfordere, sei hier die Unterstützung durch die Eltern besonders wichtig. Der Einsatz des Lesepfeiles verlange genauso Übung wie das Führen des Lesepasses, wo die Eltern die tägliche Übungszeit eintragen sollen. Als wirksame Hilfen zur Förderung des Leselernprozesses nannten die Lehrerinnen das tägliche Vorlesen von einem Elternteil, den regelmäßigen Besuch der Stadt- und Pfarrbücherei, sowie das Lesen von Bilderbüchern zur Erweiterung des kindlichen Wortschatzes. Zum täglichen Vorlesen gehöre auch das Zusammenkuscheln, das Erfahren von Geborgenheit und Nähe. Schließlich gaben Elisabeth Dengler und Gerda Greß aus der großen Vielfalt mitgebrachter Bücher Leseproben ihrer persönlichen Lieblingsbücher wie „Anna, Max und das Schneewunder", „Rocco Randale", Benny und Clara retten Weihnachten", „Ralf Rüdiger sucht Weihnachten" oder „Opa Bär und sein langer, dunkler Schal". Die Organisatorin des Informationsabends dankte den beiden Bibliothekarinnen für die für die jahrelange Begleitung und die vielfältigen neuen Projekte, um die Kinder zusätzlich zum eigenständigen Lesenlernen zu motivieren. Nun hatten die Eltern reichlich Gelegenheit in den ausgestellten Kinderbüchern zu schmökern. Als Fortsetzung des Informationsabends wurde am Freitagvormittag in den verschiedenen Grundschulklassen eine Vorlesestunde durchgeführt.