Suizidversuch – oftmals ein Hilferuf

2016/2017

Die Schülerinnen der 8., 9. und 10. Klasse waren an jeweils einem Tag in dieser Woche mit gewiss keinem einfachen Lernstoff konfrontiert. Die Sozialpädagogin der Schule, Maria Leib, hatte zusammen mit drei Berufskolleginnen benachbarter Schulen in einem jeweils vierstündigen Unterrichtsprojekt die Wanderausstellung „Zuhören ist cool. Wegsehen ist tödlich" für die Schüler dieser Altersgruppe vorbereitet. Maria Leib war sich bewusst, als sie sich entschloss, die Wanderausstellung an die Mittelschule Geiselhöring zu holen, dass das Thema Suizidalität stark mit Ängsten, Rat- und Hilflosigkeit behaftet ist. Die Gefühlspalette von Betroffenen reicht von Angst, Unsicherheit und Wut über Scham und Schuldgefühle bis zum Wunsch "einfach wegsehen" zu wollen. Vor allem die Tatsache, dass Suizid bei Jugendlichen die zweithäufigste Todesursache ist und dass gerade in Niederbayern die Suizidrate besonders hoch ist, bestärkten sie am meisten, die Wanderausstellung den Schülern der Mittelschule Geiselhöring nicht vorzuenthalten.
Die Ausstellung verdeutlicht zum einen, dass in Deutschland mehr Menschen durch Suizid sterben als durch Verkehrsunfälle, Drogen und Aids zusammen. Insbesondere Jugendliche sind in der Pubertät stark gefährdet, da sie als Phase der Lebensveränderung mit Krisen und körperlichen Veränderungen verbunden ist, die immer auch Unsicherheit und Ängste auslösen. Gedanken an Suizid sind in dieser Lebensphase immer auch ein Hilferuf. Aus diesem Grund informierten die vier Referentinnen in Form von verschiedenen Workshops die Jugendlichen in Kleingruppen über Suizidalität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um sie für die Nöte anderer zu sensibilisieren. Dabei klärte die umfangreiche Ausstellung anschaulich über Gründe und Anzeichen für Suizidgedanken von Jugendlichen auf und gab Tipps dazu, wie sich Mitschüler, Angehörige und Freunde von Betroffenen verhalten sollten. Weitere Themen der Workshops waren: „Gutes Zuhören und alles über Gefühle", „Gemeinschaft mnacht stark" und „Krisenbewältigung – das gelingt mir". „Mit der Wanderausstellung und den Workshops wollen wir ansprechen, sensibilisieren, aufklären, Vorurteile und Ängste abbauen und - vor allen Dingen Mut machen", lautete die übereinstimmende Zielvorstellung der vier Referentinnen.