Wo liegen meine Fähigkeiten?

2016/2017

Für die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse der Mittelschule Geiselhöring hatte der ver-gangene Donnerstag einen völlig ungewohnten Verlauf. Statt der normalen Unterrichtsstun-den erhielten sie interessante Einblicke in gängige Handwerksberufe wie Schreiner, Maler, Elektriker oder Heizungs- und Wasserinstallateur. Dabei durften sie sich selbst in den ver-schiedenen Techniken versuchen und ihre eigenen Fähigkeiten in handwerklichen Fertig-keiten testen. Das Ganze wurde ermöglicht, weil sich größtenteils örtliche Handwerker im Rahmen des Projektes „Handwerkstage zur Nachwuchswerbung" der Kreishandwerkerschaft Straubing-Bogen bereit erklärten, in die 6. Klassen der Mittelschulen zu gehen, um den Schülern an einem Vormittag praktisch zu arbeiten.
Bereits im Vorfeld hatten sich die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse in Kleingruppen zu fünf oder sechs zusammengefunden, je nachdem, welchen Beruf sie kennenlernen woll-ten. Durch die gemeinsame Arbeit an einem konkreten Werkstück mit fachkundiger Anlei-tung eines Meisters konnten sie dann in einer Kleingruppe nicht nur fachspezifische Ar-beitsweisen kennenlernen, sondern dazu auch die Freude und die eigenen Fähigkeiten am praktischen Tun erfahren. Stellvertretend für die Innung Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik leitete der Inhaber des Geiselhöringer Heizungs- und Installationsbetriebes, Roland Matejka, eine Schülergruppe an, das Modell einer Hebeanlage, wie sie in vielen Hauskellern vorhan-den ist, zu fertigen. Aufgabe der Schüler war es dabei, die Rohre laut Plan zu kürzen, sie mit den Bögen zusammenzustecken und mit der Radialpresse abzudichten. Verschiedene Techniken beim Bemalen einer Wanddeokration lernten die Sechstklässler von Malermeister Andreas Bayerl aus Geiselhöring. Dabei probierten sie die Stupf- und Wickeltechnik, das Aufkleben von Schablonen und Umrandungen. Schreinermeister Josef Hundhammer aus Laberweinting fertigte mit seiner Gruppe ein Tabletboard aus Birkenholz an, das einem das Lesen im Bett oder das Betrachten von Bildern auf dem Tablett viel bequemer macht. Dabei lernten die Schüler das Bohren von Löchern mit einer Bohrlehre, außerdem Verbindungs-techniken wie schrauben und leimen. Sogar das Ausfräsen der Stützfuge überließ er den Schülern, nachdem er sie in die Sicherheitsbestimmungen bei der Handhabung von elektri-schen Werkzeugen eingewiesen hatte. Favorit bei den Werkstücken war eindeutig der Kuss-tester". Hier wurden die Schüler, auffallender Weise lauter Buben, von den Elektromeistern Klaus Kerscher aus Bogen und Anton Kanzlsperger aus Mariaposching angeleitet, wie sie die verschiedenen Widerstände, Kondensatoren, Transistoren und einen Lautsprecher anei-nanderreihen und verlöten mussten. Umso größer war dann die Begeisterung, als das Teil dann auch die Intensität des „Kusses" hörbar ertönen ließ. Rektor Ludwig Paßreiter zeigten sich beim Besuch der einzelnen Handwerksgruppen begeistert über den großen Eifer der Schülerinnen und Schüler. Für die Handwerksmeister aber bleibt die Hoffnung, dass sie mit ihrem direkten Kontakt zu den Kindern vielleicht doch den einen oder anderen zukünftigen Auszubildenden für ihren eigenen Betrieb finden konnten.