Exzellenter Schulleiter und umsichtiger Pädagoge hinterlässt tiefe Spuren

2016/2017

Rektor Ludwig Paßreiter von Schulfamilie und Ehrengästen verabschiedet – Großartige Abschiedsfeier mit buntem Rahmenprogramm
Mit Rektor Ludwig Paßreiter wurde am Donnerstagvormittag ein äußerst engagierter, bei Kollegen und Schülern überaus beliebter Schulleiter der Grund- und Mittelschule Geiselhöring sowie ein vorausschauender und konstruktiver Verbundkoordinator des Mittelschulverbundes Geiselhöring-Leiblfing-Mallersdorf-Pfaffenberg und Rain in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Im Rahmen einer abwechslungsreich gestalteten Feier in der alten Turnhalle, zu der neben den Schulklassen viele Gäste aus Schule und Politik gekommen waren, wurden das Wirken und die Persönlichkeit des Schulleiters und Pädagogen von verschiedenen Seiten entsprechend gewürdigt und deutlich gemacht, dass man ihn gerne weiter an der Schule gehabt hätte. Für ein unterhaltsames Rahmenprogramm unter der Choreografie von Studienrat Jürgen Schramm sorgten einzelne Schulklassen, das Lehrerkollegium und Instrumentalisten der Geiselhöringer Schulfamilie.

Mit dem für Rektor Ludwig Paßreiter persönlich gewidmeten Bläserqintet „Price of Hainsbach's March" eröffneten die Lehrkräfte Bernhard Nußer, Dietmar Englbrecht, Sonja Fritsch, Birgit Sagmeister und Inge Weikl stimmungsvoll die Feierstunde und dokumentierten damit anschaulich die herausragende Stellung Paßreiters für die Geiselhöringer Schulfamilie und für sein Heimatdorf Hainsbach. Dieser selbst nahm nun die Begrüßung der Ehrengäste vor, wobei er aber seiner Frau Maria, seinen Kindern Silvia und Thomas und natürlich seinen beiden Enkelkindern Maxi und Lena eindeutig den Vorzug einräumte. Sein Gruß galt dann auch seinen ehemaligen Stellvertretern sowie allen früheren wie auch den jetzigen Kolleginnen und Kollegen mit allen Bediensteten der Grund- und Mittelschule.
Kein leichter Anfang
Nun folgte ein kurzer Rückblick auf die 17 ½ Jahre seiner Schulleiterzeit, die im Februar 2000 mit der Leitung der damaligen Hauptschule begann. Da es mit der Ausstattung der Hauptschule nicht zum Besten bestellt war, begann er mit der Erneuerung des Mobiliars in den Klassenzimmern, ließ eine neue Schulküche und zwei neue Werkräume einrichten, den Physikraum zu einem Medienzentrum ausbauen, nahm die energetische Sanierung des Schulhauses, die Zusammenführung der beiden Lehrerzimmer und den Umbau der Klassenzimmer nach den neuesten, amtlich vorgeschriebenen Brandschutzauflagen, sowie den Einbau eines Aufzuges innerhalb des Schulgebäudes in Angriff. Dabei scheute er sich nicht, den Sinn ständig verlangter Umfragen, Abfragen, Statistiken und Aufstellungen zu hinterfragen, wodurch den Schulleitern immer weniger Zeit für das Kerngeschäft bleibe, wobei er den Aussagen des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, voll zustimmte: „Wichtigste Aufgabe der Schule ist es, junge Menschen zu kultivieren und zu Erwachsenen auszubilden." Wichtig seien für ihn immer die ihm anvertrauten Schüler, weniger die Verordnungen, Rechtsvorschriften und Elternmeinungen gewesen.
„Die Schule wird mir fehlen."
Sein Dank galt allen Geiselhöringer Bürgermeistern mit ihren jeweiligen Stadtratsgremien, dass sie immer ein offenes Ohr für die Belange der Schule hatten. Persönlich dankte er den Kolleginnen und Kollegen, den Bediensteten im Schul- und Rathaus, den Elternbeiräten mit ihren Vorsitzenden Markus Grahammer und Sabine Meier, den Bürgermeistern und Rektoren im Schulverbundausschuss. Zu seiner eigenen Zukunft meinte er nur: „Freilich wird mir die Schule fehlen, vor allem die gesamte Schulfamilie, doch ich denke, dass mich meine Enkelkinder und meine Familie ausreichend in Beschlag nehmen werden." Zu dieser Vorstellung passte ganz gut das Lied der Klassen 1a und 1b mit dem Vorschlag:"Ich male heute einen Baum", wobei sie von Ulrich und Sonja Fritsch instrumental begleitet wurden. Landrat Josef Laumer, der sich trotz seines eigenen Geburtstages für die Verabschiedung Zeit genommen hatte, beruhigte die Gattin des zukünftigen Ruheständlers, dass sie sich bestimmt keine Gedanken über Beschäftigungsmöglichkeiten ihres Ruheständlers machen müsse, wahrscheinlich müsse sie eher einen Terminplan aufstellen, dass er all seine Vorsätze einhalten könne. Abschließend bestätigte er Ludwig Paßreiter: „Du warst Lehrer und Rektor mit Leib und Seele." Die Schüler der Klasse 2c mit ihrer Lehrerin Margot Candussio sagten es in Gedichtform, was sie von ihrem Rektor halten: „Ein groasser Mo sagt Servus heit." , waren aber letztendlich doch mit ihrer Lage zufrieden, indem sie ihr Gedicht beendeten mit der Feststellung: Mia hamma Ferien und du ned!"
Tiefe Spuren hinterlassen
Bürgermeister Herbert Lichtinger hob in seiner Laudatio besonders das Wirken Paßreiters als Lehrer, Schulleiter und Organisator hervor: „Du hast durch deine Arbeit und dein Engagement hier an der Grund- und Mittelschule tiefe Spuren hinterlassen, indem du mit deinem menschlichen Umgang gegenüber Kollegen, aber durchaus auch strengen und konsequenten Stil bei den Schülern Maßstäbe gesetzt hast. Als Organisator und Manager warst du zudem ein wesentlicher Initiator unseres Mittelschulverbundes, wofür du die Veränderungen, die für eine Weiterentwicklung der damaligen Hauptschule zur Mittelschule notwendig waren, aktiv mitgestaltet, Fehlentwicklungen erkannt und Verbesserungen mit entsprechendem Nachdruck in Gang gesetzt. Außerdem warst du Initiator zur Gründung des Fördervereins der Schulen mit dem Ziel, außerplanmäßige Maßnahmen zum Wohl der Schüler zu finanzieren." Für den Ruhestand wünschte ihm Bürgermeister Lichtinger, dass er alle mit seiner Frau gefassten Pläne und Vorhaben bei bester Gesundheit realisieren könne.
Immer den Ball gehalten
„Probier's mal mit Gemütlichkeit!"gaben die Klassen 3b und 4a danach dem angehenden Ruheständler einen Tipp und wurden bei diesem Lied von Dietmar Englbrecht und Birgit Sagmeister instrumental unterstützt. Schulamtsdirektor Johannes Müller hatte für seine Abschiedsrede eigens einen Ball mitgebracht, mit dem er seine Einschätzung :"Ludwig, du hast immer den Ball gehalten", untermauern wollte. Neben den Erinnerungen an den talentierten Fußballer Paßreiter ließ er dann den beruflichen Werdegang von Rektor Ludwig Paßreiter Revue passieren, der nach seiner Konrektorenzeit in Rain am 9.6.2000 an der damaligen Hauptschule in Geiselhöring die Stelle des Rektors antrat. „Während dieser Jahre in Rain und später in Geiselhöring", so Schulamtsdirektor Müller, „ hast du als Betreuungslehrer vielen Junglehrern Mut gemacht." Darüber hinaus habe der Wick als Rektor gegenüber seinen Kollegen trotz seiner Beurteilungspflicht stets einen freundschaftlichen Umgang gepflegt, sie in allen Fragen und Problemen pädagogisch beraten und dank seines eigenen großen persönlichen Fachwissens helfend unterstützt. „Mit Einführung der Schulverbünde hast du von Anfang an mit viel Herzblut zur erfolgreichen Zusammenführung der Mittelschulen in der Region beigetragen und dich in deiner Aufgabe als Verbundkoordinator mit großem Weitblick und ständigem Bemühen um Gleichbehandlung aller Schulen eingebracht," fasste der Leiter des Staatlichen Schulamtes das Wirken von Rektor Ludwig Paßreiter zusamen. Bei ihrem fehlerfrei aufgeführten Kronentanz - ausgestattet mit den mit Girlanden verzierten Schäfflerbögen und einstudiert von ihrer Lehrerin Inge Weikl, wurden die Schüler der Klasse 4 b von den Lehrkräften Bernhard Nußer und Birgit Sagmeister instrumental begleitet. Dann schilderte der stellvertetende Vorsitzende des Personalrates, Rektor Martin Mühlbauer aus Straßkirchen, sein erstes Zusammentreffen mit Rekor Ludwig Paßreiter auf einer Schulleiterkonferenz, wo dieser ihm – dem Neuling im Kreis der Rektoren - viele gute Ratschläge für die erfolgreiche Leitung einer Schule gegeben habe.
Bierbrauseminar
Mit einem zündenden Abschiedsrapp „Er geht jetzt. Hilfe!Was ist los?" verabschiedeten sich die Buben der 5b mit Lehrerin Leukam vom Chef der Geiselhöringer Schulen. Ein Gutschein für ein Bierseminar an der Spitalbrauerei in Regensburg war das Abschiedsgeschenk des Elternbeiratsvorsitzenden Markus Grahammer dafür, dass Rektor Paßreiter immer einen Blick für das Ganze hatte und die unterstützende Arbeit der Elternvertreter stets wohlwollend wahrgenommen und gefördert habe. Sein guter Kontakt zum Schulamt, vor allem aber sein kompromissloses Eintreten für seine Schüler haben sich bei so mancher Konfliktsituationen (Gruselclowns an der Bushaltestelle) ausgezahlt. Dank in ganz anderer Form erwiesen dann die drei Schülerinnen Anna, Jiesell und Trang ihrem Rektor mit dem Lied von Sarah Connor„Wie schön du bist!"
Angebot für den Ruhestand
Auch Dekan Josef Ofenbeck dankte dem scheidenden Schulleiter für sein stets kollegiales Verhalten gegenüber den Religionslehrern beider Konfessionen und bot ihm spaßhaft bei eventuell im Ruhestand auftretenden Entzugserscheinungen ein neues Aufgabenfeld als ehrenamtlicher Koperator in Hainsbach an. Die schwungvoll vorgetragene Sternpolka der Lehrer-Schüler-Elternband (Dietmar Englbrecht, Bernhard Nußer, Schülerin Anna Sachs von der Klasse M7 mit ihrer Mutter) leitete das Abschiednehmen des Lehrerkollegiums ein. Studienrat Jürgen Schramm, der zusammen mit Maria Reicheneder von der Stadtverwaltung die Abschiedsfeier für Ludwig Paßreiter organisiert hatte, dankte seinem Chef mit der ehrlichen Feststellung: „Uns allen hast du zu jeder Zeit das Gefühl gegeben, einer von uns zu sein. Du hast jedem von uns große ertschätzung entgegen gebracht, uns nie im Stich gelassen und uns immer den Rücken gestärkt. Wir hätten uns keinen besseren Schuleiter wünschen können." Damit sich Paßreiter diese gute Beurteilung insgesamt auch merken könne, überreichten ihm die Kolleginnen und Kollegen ein groß ausgedrucktes Abschlusszeugnis. Gleichzeitig überreichte ihm jeder einzelne bunte Luftballone, die natürlich Enkel Maxi gleich für sich in Anspruch nahm. Als weiteres Abschiedsgeschenk trugen alle zusammen das Lied von Andreas Bourani„Auf uns", von dem sie nicht nur den Titel „Auf dich" abgeändert hatten, vor. Nun hatte der Abschiednehmende alle Geladenen, Ehrengäste, Kolleginnen und Kollegen, alle ehemaligen Lehrkräfte und alle Bediensteten der Schule zum gemeinsamen Mittagsmahl eingeladen.