Kostbares Geschenk für die Schule

2016/2017

Als sich die Lehrkräfte der Grund- und Mittelschule am Mittwochvormittag zu einer Dienstkonferenz im Lehrerzimmer versammelt hatten, wurde ihnen von Pfarrer i.R. Josef Schmaißer ein wertvolles Geschenk übergeben. Rektor Ludwig Paßreiter war im Voraus darüber eingeweiht und so konnte er seinen Kolleginnen und Kollegen über das wertvolle Geschenk bestens Auskunft geben. Pfarrer i.R. Josef Schmaißer verriet dann auch gleich, dass ihn eine Quizzsendung im Fernsehen auf diese Idee gebracht habe. Eine der Quizfragen war damals:"Wie heißt das älteste Gebet in deutscher Sprache? Das Nibelungenlied oder das Wessobrunner Gebet?" Die Kandidaten entschieden sich für das Nibelungenlied, was natürlich die falsche Antwort war. Außerdem erzählte der Geistliche, wie er selbst in den Besitz des Wessobrunner Gebetes gekommen war. Er hatte den Abdruck in der Zeit, als er Pfarrer in Grafentraubach war, von der Missionsschwester der Benediktiner, Schwester Markaria, bekommen. Sie war als junges Mädchen nach dem 1. Weltkrieg als Pflegekind der Bauersfamilie Stadler in Arnkofen aufgewachsen, und hatte ihm viele Jahre später bei einem ihrer Heimaturlaubsaufenthalte das wertvolle Schriftstück geschenkt. Während seiner langjährigen Amtszeit hatte das Bild einen Ehrenplatz in seinem Pfarrbüro. Das Wessobrunner Gebet, auch Wessobrunner Schöpfungsgedicht genannt, gehört zu den frühesten poetischen Zeugnissen in althochdeutscher Sprache. Benannt ist es nach dem ehemaligen altbairischen Kloster Wessobrunn, dem langjährigen Aufbewahrungsort der lateinischen Pergamentsammelschrift aus dem 9. Jahrhundert. Heute befindet sich das Original, so Paßreiter, in der Bayerischen Staatsbibliothek, wohin es im Zuge der Säkularisation gebracht worden war. Der neunzeilige Schöpfungsbericht ist in der Sprache der altgermanischen mündlichen Epik abgefasst, wovon die Lehrer durch einen Tonträger eine Hörprobe bekamen.