Handwerk ist wichtiger Faktor in der Region“

2018/2019

Dem Handwerk gehört die Zukunft, das haben die Ehrengäste beim Nachwuchshandwerkertag an der Mittelschule Geiselhöring betont. In der 6. Klasse ging es am Mittwochvormittag nicht nur um handwerkliches Geschick, sondern auch darum, dass die Schüler die Handwerksberufe real kennenlernen. Zimmerer, Schreiner, Heizungungs- und Snitäranlagenbauer, Maschinenbauer, Elektriker und Maler stellten an 13 Mittelschulen und vier sonderpädagogischen Schulen im Landkreis und der Stadt die Vielfalt ihrer Berufe vor.

Die Mint-Region Straubing-Bogen arbeitet mit den Nachwuchshandwerkertagen eng mit der Kreishandwerkerschaft Straubing-Deggendorf zusammen, das Projekt wird von regionalen Handwerksbetrieben vor Ort unterstützt, wie Andreas Mühlbauer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, deutlich machte. Da die Handwerker bereits seit Schulbeginn mit den Schülern tätig waren, traf man sich zur Pause im Lehrerzimmer zu Kaffee, Butterbrezen und Leberkässemmeln. Dies sei bereits die erste handwerkliche Kostprobe, wies Landrat Josef Laumer hin.Andreas Mühlbauer richtete seinen Dank an die teilnehmenden Handwerksbetriebe, die sich hier engagieren. Es sei ein tolles Projekt, geriet Carolin Riepl, Mint-Managerin, geradezu ins Schwärmen. Die Handwerkertage stellen auch einen enorm positiven Effekt für die Schüler dar und als kleiner Nebeneffekt ist es sicherlich eine gute Nachwuchswerbung, wie Riepl deutlich machte.
Handwerkliche Arbeit ist Bestandteil des Alltags

Das Handwerk mit seinen Mitarbeitern ist ein wichtiger Faktor in der Region, machte Landrat Josef Laumer deutlich. Die Schüler können so in unterschiedliche Handwerksberufe hineinschnuppern, fertigen etwas Praktisches an, das sie mit nach Hause nehmen können. Damit ist der Grundstein für das Handwerk gelegt, so Laumer, denn jeder wisse aus eigenem Erleben, wie wichtig das Handwerk ist. Handwerker bauen unsere Häuser und reparieren Autos, dies zeige die große Bedeutung des Handwerks und mache seine Vielfalt deutlich. Es müsse in der Gesellschaft ein Umdenken erfolgen und dem Handwerk die ihm zustehende Wertschätzung auch zukommen, stellte Laumer fest. Denn, Handwerker haben tolle Perspektiven, darüber hinaus engagieren sie sich auch ehrenamtlich, hob Laumer hervor. Nach diesen wohlwollenden Worten beendeten die Handwerker ihre Pause, denn sie sind ja schließlich „Handwerker und keine Mundwerker", wie zu hören war.
„Anderer Blick auf das Handwerk ist nötig"

Dennoch wurde die Thematik noch weiter vertieft. Die Schulleiter wissen das Engagement um die Handwerkertage sehr zu schätzen, wie Schulamtsdirektor Heribert Ketterl sagte. Es sei seitens der Gesellschaft ein anderer Blick auf das Handwerk nötig. Mit den Nachwuchshandwerkertagen könne man frühzeitig das Denken bei den Kindern und Jugendlichen verändern, so Ketterl.Man müsse verstärkt die vielen Chancen, die das Handwerk biete, in die Köpfe bringen, bestätigte auch Schulleiter Andreas Lindinger den enormen Effekt der Nachwuchshandwerkertage. Die Handwerksbetriebe vor Ort, bieten zudem auch eine wohnortnahe Ausbildung. Wohnortnahe Mitarbeiter engagierten sich ehrenamtlich und sind auch für die Tagesverfügbarkeit bei den Feuerwehren ein wichtiger Aspekt, stellte Bürgermeister Herbert Lichtinger fest.Heribert Ketterl machte ein weiteres Problem aus, es sei ein eklatanter Mangel an Fachlehrern für Technik an den Mittelschulen zu verzeichnen. Dadurch werde es noch schwerer, die Jugendlichen für Technik und letztendlich fürs Handwerk zu begeistern.Der Rundgang machte die Bandbreite der handwerklichen Angebote deutlich, so konnten die Sechstklässler einen „Kuss Tester", eine Tablethalterung, ein künstlerisches Bild oder ein Mühle-Reisespiel selbst herstellen. Auffällig war, dass sich für das Metallangebot besonders viele Mädchen angemeldet haben. Und sie machten an der Ständerbohrmaschine eine gute Figur, als sie die Vertiefungen für die Spielfiguren bohrten.
Schüler auf der Suche nach dem passenden Beruf

Alexa und Xheneta haben sich für den Metallbereich angemeldet, weil sie es sehr interessant fanden. Den handwerklichen Vormittag nutzten Alexa und Xheneta auch, um herauszufinden, ob das Metallhandwerk für sie als Beruf infrage kommt. Die Gruppe hat sich bereits im Vorfeld über den Beruf des Feinwerkmechanikers informiert, wie ihn Metallbau Vilsmeier auch anbietet und ein Plakat mit allen Fakten gebastelt. Das Mühlespielen müssen die beiden aber noch besser lernen. Dennoch hat der Vormittag großen Spaß gemacht, wie sie übereinstimmend sagen.